Das Literaturstipendium „Turmschreiber“ ist als ständige Einrichtung vorgesehen. Es erstreckt sich jeweils über den Zeitraum eines Jahres und wird alle zwei Jahre vergeben. Mit dem Titel verbunden ist ein Stipendium von 5.000 Euro. Neben den vom Förderkreis Hochzeitsturm organisierten Lesungen im Fürstenzimmer des Turmes ist eine literarische Verarbeitung des kulturellen Komplexes Hochzeitsturm erwünscht.
6. Darmstädter Turmschreiber: Michael Kibler

Seit dem 02. September 2026 ist Michael Kibler neuer Turmschreiber. Der Schriftsteller legte den akademischen Grundstein für seine literarische Laufbahn durch ein Studium der Germanistik, Filmwissenschaft und Psychologie in Frankfurt am Main, das er 1998 mit der Promotion abschloss. Bereits während der Studienzeit begann er ab 1991 als freier Texter zu arbeiten. Seine ersten praktischen Erfahrungen im fiktionalen Schreiben sammelte er ab 1992 im Bastei-Verlag, wo er Romane für verschiedene Heftspielreihen verfasste. Der große literarische Durchbruch gelang dem Wahl-Darmstädter im Jahr 2005 mit seinem Debütroman Madonnenkinder. Dieser bildete den Auftakt zu seiner erfolgreichen Darmstadt-Krimireihe rund um den Ermittler Steffen Horndeich, die ihn fest in der deutschsprachigen Regionalkriminalliteratur etablierte. Neben dieser Hauptreihe erweiterte Kibler sein literarisches Schaffen durch eigenständige Kriminalromane – wie den BKA-Krimi Sterbenszeit (2014) – sowie zahlreiche Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. Er ergänzt sein belletristisches Werk regelmäßig durch Sachbücher und Kulturführer über seine Heimatstadt Darmstadt. Kibler, der seit 2002 als freiberuflicher Autor tätig ist, bringt sich zudem als Mitglied im Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Kriminalschriftsteller, aktiv in die Literaturszene ein.
5. Darmstädter Turmschreiberin: Jule Weber

Jule Weber (*1993) ist eine der profiliertesten deutschen Spoken-Word-Künstlerinnen, Lyrikerinnen und Moderatorinnen der Gegenwart. Ihre Bühnenkarriere begann bereits 2009 im Alter von 16 Jahren und nahm schnell Fahrt auf: 2012 sicherte sie sich sowohl den Titel der Hessischen als auch der Deutschsprachigen U20-Meisterin im Poetry Slam. Seit ihrem 19. Lebensjahr arbeitet die Wahl-Bochumerin hauptberuflich von und mit der Sprache. In den folgenden Jahren feierte sie kontinuierlich Erfolge, darunter der Gewinn der Rheinland-Pfälzischen Landesmeisterschaft (2017), der „Tully Award“ als Slam-Poetin des Jahres (2019) und der Jurypreis des renommierten Kampf der Künste-Awards (2023).
Neben ihren energiegeladenen Auftritten auf Poetry-Slam-Bühnen, mit Solo-Programmen wie Andromeda und als Moderatorin engagiert sich Jule Weber als Dozentin für Schreib- und Performance-Workshops für Jugendliche. In ihren Texten verbindet sie persönliche Einblicke – etwa über das Aufwachsen als junge Mutter – mit scharfsinniger Gesellschaftskritik. Mit ihrem 2023 erschienenen Lyrikband „Ich zeichne meinen Standort auf die Haut“ (Haymon Verlag) unterstrich sie ihre Stimme in der modernen deutschsprachigen Poesie. Darüber hinaus gewährt sie seit September 2022 gemeinsam mit Malte Küppers im wöchentlichen Podcast „Ich kann nicht gut mit Menschen“ humorvolle wie tiefgründige Einblicke in ihren Alltag und ihr künstlerisches Schaffen.
4. Darmstädter Turmschreiber: Walter Renneisen
Am 4. März 2020 hat Walter Renneisen sein Amt als Turmschreiber angetreten. Renneisen steht seit über 50 Jahren auf der Bühne: Als Rockmusiker, als Schauspieler und Sänger. Er ist Film- und Fernsehschauspieler, Hörspielsprecher und Publikumsliebling. „Sprachmusikant“ hat ihn einmal ein Kollege zutreffend genannt. Zudem hat er ein Tourneetheater gegründet mit dem er durch die Lande zieht und seine eigenen Stücke und Lesungen aufführt, einen Verlag in dem er seine CDs und Bücher veröffentlicht. Zuletzt wurde Renneisen mit dem Darmstädter Preis für Maulkunst & Lebensart „DER SPIRWES“ ausgezeichnet. 2016 wurde ihm der Rheingauer Musik Preis für sein Lebenswerk sowie die Ehrenspange der Stadt Bensheim verliehen. Zuvor erhielt er 2014 sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande. Er war bereits Botschafter der Bergstraße 2008, erhielt 2005 den Sonderpreis Inthega und 2004 den Hessischen Verdienstorden. 1995 wurde er mit dem Adolf Grimme Preis und 1985 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Für seine Lesungen „Aus dem Kerl wird nie was“ hat er eine Rückschau auf sein Leben literarisch zusammengestellt.
3. Darmstädter Turmschreiber: Hans Zippert
Am 24. November 2017 wurde Hans Zippert als dritter Darmstädter Turmschreiber ausgezeichnet. Hans Zippert, geb.1957 in Bielefeld. Von 1990–1995 Chefredakteur der Satirezeitschrift „Titanic“. Freier Mitarbeiter bei FAZ, Süddeutsche Zeitung, Zeit, HörZu, GEO Wissen, ADAC-Reisewelt und Bergwelten. Journalist des Jahres 2007 und Gewinner des Henri-Nannen-Preis 2007 und 2011. 2015 mit dem Textur-Preis des Literaturforums Nörten-Hardenberg und 2016 mit dem Peter-Hille-Literaturpreis Preis „Nieheimer Schuhu“ ausgezeichnet. Hans Zippert schreibt seit 1999 in der „Welt“ die tägliche Kolumne „Zippert Zappt“ und in der Welt am Sonntag „Zipperts Wort zum Sonntag“. Veröffentlichungen (Auswahl): „Warum Regenwürmer nicht zuhören und Eichhörnchen schlecht einparken“: „Die 55 beliebtesten Krankheiten der Deutschen“, ,„Aus dem Leben eines plötzlichen Herztoten“, „So funktioniert Deutschland“, „Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?“ und „Fernsehen ist wie Radio nur ohne Würfel“.
2. Darmstädter Turmschreiber: Katja Behrens
Am 1. November 2015 wurde der zweite Turmschreiber zu einer Turmschreiberin. Katja Behrens wurde 1942 in Berlin geboren und lebt heute in Darmstadt. Die jüdische Autorin konnte sich 1943 bis 1945 vor der Verfolgung der Nationalsozialisten in Österreich verstecken. 1960 begann sie ihre literarische Karriere, von 1968 bis 1970 lebte sie in Israel, seit 1973 arbeitet sie als Verlagslektorin und seit 1978 als freie Schriftstellerin. Frau Behrens ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und war von 2007 bis 2009 dessen Vizepräsidentin und Writers-in-Prison–Beauftragte. Mit ihrem Buch „Roman von einem Feld“ ließ Behrens 2007 dem Oberfeld an der östlichen Darmstädter Stadtgrenze eine literarische Würdigung ganz eigener Art zukommen. Was auch heißt: Die neue Turmschreiberin ist der Thematisierung der Region verbunden. Auszeichnungen unter anderen: Förderpreis zum Ingeborg-Bachmann-Preis 1978, Thaddäus- Troll-Preis 1982, Gastprofessuren an der Washington University, St. Louis 1986 und am Dartmouth College, Hanover 1991, Mainzer Stadtschreiberin 1992, Premio internazionale »Lo Stellato« 2000, George-Konell-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden 2002, Kinder- und Jugendbuchpreis LUCHS September 2002.
1. Darmstädter Turmschreiber: Paul-Hermann Gruner

Am 28. April 2013 vergab der Förderkreis Hochzeitsturm zum ersten Mal das symbolische Amt des Turmschreibers an Paul-Hermann Gruner. Paul-Hermann Gruner ist nach Überzeugung des Vorstandes in mehrfacher Hinsicht für das temporäre „Amt“ des Turmschreiber geeignet: Als kreativer Kopf der Darmstädter Kulturszene hat er sich in der bildenden Kunst, in der Literatur und im Journalismus ausgezeichnet. Als Politikwissenschaftler, als freier politischer Publizist für Print und Radio, als Redakteur beim Darmstädter Echo sowie als Autor und/oder Herausgeber verschiedenster Sachbuch- und Belletristik-Veröffentlichungen, hat er sich weit über Darmstadt hinaus einen Namen gemacht. Dafür hat er bereits mehrfach Preise (Wissenschaft, Journalismus) und Stipendien (Literatur) erhalten. Als Resümee seiner Zeit als 1. Darmstädter Turmschreiber erschien das Buch „LA TOUR DU MARIAGE – DER HOCHZEITSTURM“. Sieben Kurzgeschichten von Paul-Hermann Gruner mit einer fotografischen Hommage an das Darmstädter Wahrzeichen von Christoph Rau, Edition Darmstadt, Herausgegeben von Gerd Olhauser im Surface Verlag. Das Turmschreiberbuch ist selbstverständlich auch in unserem Souvenirshop im Hochzeitsturmes erhältlich.






