Katja Behrens

Zweite Darmstädter Turmschreiberin

Seit dem 1. November 2015 ist Darmstadts Turmschreiber eine Turmschreiberin. Katja Behrens wurde 1942 in Berlin geboren und lebt heute in Darmstadt. Die jüdische Autorin konnte sich 1943 bis 1945 vor der Verfolgung der Nationalsozialisten in Österreich verstecken. 1960 begann sie ihre literarische Karriere, von 1968 bis 1970 lebte sie in Israel, seit 1973 arbeitet sie als Verlagslektorin und seit 1978 als freie Schriftstellerin. Frau Behrens ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und war von 2007 bis 2009 dessen Vizepräsidentin und Writers-in-Prison–Beauftragte. Mit ihrem Buch „Roman von einem Feld“ ließ Behrens 2007 dem Oberfeld an der östlichen Darmstädter Stadtgrenze eine literarische Würdigung ganz eigener Art zukommen. Was auch heißt: Die neue Turmschreiberin ist der Thematisierung der Region verbunden.

Auszeichnungen unter anderen: Förderpreis zum Ingeborg-Bachmann-Preis 1978, Thaddäus- Troll-Preis 1982, Gastprofessuren an der  Washington University, St. Louis 1986 und am Dartmouth College, Hanover 1991, Mainzer Stadtschreiberin 1992, Premio internazionale  »Lo Stellato« 2000, George-Konell-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden 2002, Kinder-  und Jugendbuchpreis LUCHS September 2002.

Geplante Lesungen 2016

28. Januar
Jiddische Märchen mit Katja Behrens und Irith Gabriely
Tod und Leben sind auf der Zunge und andere jiddische Märchen, gelesen von Katja Behrens, musikalisch untermalt von Irith Gabriely, der Königin des Klezmer.

10. März 
Geister, die in Steinen wohnen
Das Oberfeld hat seine Geheimnisse: Nicht jeder kann sie sehen, die dicke Trin, die seit ihrem Tod im Dreißigjährigen Krieg einen Stein auf dem Oberfeld bewohnt, und die Hexen, die wild lachend mit den Satelliten um die Wette fliegen. Aber jeder kann von ihnen hören!

Lesung aus „Roman von einem Feld“ (neu erschienen im Verlagshaus Römerweg)

19. Mai  
Die Herrin und die Magd
Darmstadt im Neunzehnten Jahrhundert: Die Magd Marie aus dem Odenwald geht in Stellung in einer vornehmen Villa am Rande des Oberfelds und verliebt sich unsterblich in den Pferdeknecht Balles. Bernhardine von Flotow, aus altem mecklenburgischem Adelsgeschlecht, verliert ihr Herz an einen Hausburschen, der ihr Sohn hätte sein können, und heiratet ihn, ihrer Familie zum Trotz.

Lesung aus „Roman von einem Feld“

7. Juli 
Vom Abschiednehmen
„Der Abschiedsschmerz will durchlitten sein, die Trauer ist nicht zu vermeiden. Ab und zu ein Einbruch, der plötzliche Schmerz beim Anblick eines Handschuhs. Der Handschuh gehört zu der Hand, die weg ist …“

Lesung mit Musik aus „Abschiedsbriefe“ … musst es eben leiden

13. Oktober
Nachts, wenn Schatten aus dunklen Ecken kommen – ein Roma-Leben zwischen Tradition und Aufbruch

Nono Konstantinovic, Sohn einer Romafamilie aus Serbien, wurde in Rüsselsheim geboren. Auf seiner Geburtsurkunde steht als Wohnort Campingplatz. Die ersten Lebensjahre verbrachte er in Darmstadt, nachdem der damalige Oberbürgermeister zu einem großen Zigeunermusikfestival eingeladen hatte. Ein Bombenanschlag verwüstete das Haus, in dem er mit seiner Familie lebte … 

Lesung aus dem neu erschienenen Roman