Innenräume

Der Turm ist in sieben Geschosse unterschiedlicher Höhe und Nutzung gegliedert. Erst nach der Ausstellung 1908 wurden diese Räume schrittweise ausgebaut. Am 15. Mai 1909 wurden das Hochzeitszimmer und das Fürstenzimmer fertig gestellt.


Die Eingangshalle

In der Eingangshalle im Erdgeschoss befinden sich zwei große Wandmosaiken. Auf dem einen ist vor blauem Himmel eine Allegorie der Regentschaft des Großherzogs dargestellt. Vor einer Baumkrone steht ein beflügeltes weibliches Wesen unter dem „Ernst Ludwig Eleonore“ zu lesen ist. Auf dem zweiten Wandmosaik ist ein junges Liebespaar zu sehen, welches sich vor blauem Sternengrund küssend in den Armen liegt. Die nackten jugendlichen Körper schweben auf einem rollenden Wolkenband. Riesige, weißgolden gefiederte Flügel entwachsen den Liebenden und bilden ein flammendes Omega. 

Das Hochzeitszimmer

Im „Zimmer der Großherzogin“ auf Ebene 5, dem sog. „Hochzeitszimmer“ vertäfelte der Möbelfabrik H. J. Glückert die Wände mit Rüsterholz und Philipp Otto Schäfer malte die Wandbilder. Sie stellen im Neo-Renaissancestil ein fürstliches Hochzeitsfest dar. Der 4,40 Meter hohe Raum ist mit flach vergoldeter Stuck-Decke abgedeckt. Das gesamte Ambiente stiftete der Großherzogliche Kammerjunker August Freiherr von Oetinger. 

Das Fürstenzimmer

Das „Zimmer des Großherzogs“ auf Ebene 4 ist rund sieben Meter hoch und schließt in einem Tonnengewölbe ab. In fortlaufendem Rhythmus sind Eidechsen gemalt, die sich zwischen Schneckenhäusern schlängeln. In der Scheitelvignette sind die Initialen des Großherzogs „EL“ in eine goldene Krone geprägt. Auf Fabeltieren reiten eine nackte Reiterin und ein jugendlicher Krieger. Sie schütten Füllhörner über ein Schneckengehäuse. Diese Allegorien vom Sieg der Zeit schuf der Maler Fritz Hegenbart. Schreiner des Möbelfabrikanten Heinrich Julius Glückert gestalteten die Intarsien. Dr. Robert Esser stiftete seinerzeit die gesamte Raumausstattung.